Nach der Übernahme von Kaviza bietet Citrix die VDI Lösung von Kaviza nun als eigenständiges Produkt unter dem Namen „VDI-in-a-Box“ an. Mit der Lösung zeigt Citrix, dass eine Virtual Desktop Infrastructure (VDI) weder teuer noch kompliziert sein muss. Allerdings eignet sich VDI-in-a-Box auch nur für kleinere Installationen, bis etwa 1000 User. Wie die Lösung funktioniert und vor allem installiert und konfiguriert wird, zeige ich in diesem Beitrag.
Der Download einer 30-Tage Testversion kann direkt auf der Website von Kaviza erfolgen. Registrierte Partner von Citrix erhalten im Download Bereich auf der MyCitrix Website entsprechende Lizenzen für eine Testphase von 6 Monaten. Die VDI-in-a-Box Lösung besteht aus einer virtuellen Appliance für VMWare ESX oder Citrix XenServer und muss lediglich auf dem entsprechenden Server importiert werden.
Dieser Artikel beschreibt die Vorgehensweise für die XenServer Appliance, für ESX sollte der Vorgang ähnlich funktionieren. Nach dem download und entpacken des Archivs steht uns ein virtuelle Appliance mit dem Namen „vdiManager_XenServer.xva“ zur Verfügung die wir über den Import im XenCenter einfach und unkompliziert importieren. Der Import geht relativ zügig, in meiner Umgebung war die Appliance nach etwa 6 Minuten importiert und gestartet.
Beim ersten Blick auf die Konsole der Appliance war ich etwas enttäuscht, nicht nur das in der CentOS 5.6 basierten Appliance ältere XenTools installiert waren (bei mir war es die Version 5.9), auch der Hostname war vorgegeben (vdimgr) und die Appliance holte sich eine IP-Adresse von meinem DHCP Server.
Doch bevor ich weitermache, möchte ich erst noch die dynamische IP-Adresse in eine statische sowie den Hostnamen ändern. Das geht zwar auch mit dem Webinterface, ich zeige hier aber mal den Weg über das Command Line Interface. Also zurück zum CLI im Console Tab des XenCenter und angemeldet. Auch hier verbrachte ich einige Zeit mit der Suche nach den Zugangsdaten. Aber Google ist Dein Freund und mit dem User kvm und dem Passwort kaviza123 klappte dann auch der Login.
Die Skripte für Netzwerk-Konfiguration liegen unter /etc/sysconfig/network-scripts/. Die virtuelle Appliance hat nur ein virtuelles Netzwerkinterface, also sollte die einzige Schnittstelle eth0 sein. Um diese Datei zu bearbeiten geben wir am Prompt folgendes ein (Password ist hier auch kaviza123):
kvm@vdimgr:/$ su Password: [root@vdimgr]# vi /etc/sysconfig/network-scripts/ifcfg-eth0
Die vorhandene Datei sollte in etwas wie folgt aussehen:
DEVICE=eth0 BOOTPROTO=dhcp ONBOOT=yes PEERDNS=no USERCTL=no
Das ganze ändern wir dann wie folgt:
DEVICE=eth0 TYPE=Ethernet ONBOOT=yes BOOTPROTO=none IPADDR=<your IP-Address> NETMASK=<your Netmask> GATEWAY=<your Gateway Address> PEERDNS=no USERCTL=no
Jetzt noch den Network Daemon neu starten, damit die Änderungen auch greifen:
[root@vdimgr]# service network restart
Jetzt können wir mit einem Browser auf das Webinterface unter https://<neue statische IP-Adresse> zugreifen.
Anders als in der Dokumentation angegeben (und ich habe lange danach gesucht), ist der Standard Login vdiadmin mit dem Passwort kaviza. Nach dem Login begrüßt uns schon ein Wizzard, der uns durch 4 einfache Schritte führen soll.
Der erste Schritt des Wizzards ist die Konfiguration des Hypervisors. Wie bereits erwähnt, nutze ich in diesem Beispiel den Citrix XenServer.
Wichtig hier ist, der angegebene XenServer darf nicht Mitglied eines XenServer Pools sein. Sollte das doch der Fall sein, quittiert der Wizzard seinen Dienst mit einer Fehlermeldung. (siehe auch Kaviza VDI-in-a-Box Quick Start Guide).
Sobald wir die entsprechenden Informationen zu einem „stand-alone“ XenServer eingegeben haben, müssen wir noch den Store für die virtuellen Desktops sowie das entsprechende Netzwerk angeben.
Danach folgt die Frage ob wir eine neue Farm (grid) anlegen oder einer bestehenden Farm beitreten möchten. In unserem Fall erstellen wir ein neues Grid.
Im vorletzten Schritt müssen wir den Namen des Grids angeben, sowie die Entscheidung treffen eine Workgroup oder ein Active Directory für die Benutzerkonfiguration zu verwenden.
Für dieses Beispiel nutze ich allerdings kein AD, sondern belasse es bei der VDI-in-a-Box Workgroup.
Der letzte Schritt fragt uns nach der reservierten oder statischen IP-Adresse des VDI Managers. Sollte die Appliance noch die dynamische Adresse eines DHCP Servers haben, wählen wir hier „No“. Ein kurzer Hilfetext erklärt dann wie eine Reservierung im DHCP Server bzw. eine statische IP-Adresse eingerichtet wird.
Da wir ja bereits auf dem CLI eine statische IP-Adresse eingerichtet haben, wählen wir natürlich „Yes“ und kommen ohne Hilfe weiter.
Ein Klick auf „Done“ schließt die Konfiguration des Hypervisors.
An diesem Abschnitt arbeite ich noch!!! Bitte etwas Geduld.